Fahrbericht

FREEMOUNTAIN

Der Berg wird immer steiler, ich schalte kontinuierlich einen Gang leichter, aber irgendetwas ist anders. Sonst zieht der Rucksack mich immer wieder den Berg runter und steigt sehr leicht. Diesmal jedoch kann ich befreit den Berg hochfahren, dann habe ich es geschafft, es geht auf Schotter in die Abfahrt. Ich drücke das Bike in die Kurve und ziehe bergab meine Bahn. Kein Schieben des Rucksacks lässt mich vorsichtig durch die Kurven driften. Wie das kommt? Ich bin mit einem additive bike unterwegs.

additive bikes steht für ein neues Konzept des Bikens. Statt das Gepäck mit dem Rucksack zu transportieren, wird es IM Bike verstaut. Ja richtig, im Bike, also nicht auf dem Gepäckträger oder Lenkertasche.

additive bikes entwickelte über mehrere Jahre und diversen Prototypen ein völlig neues, das Freebike System. Es schränkt den ambitionierten Biker in keiner weise ein, bietet ihm die übliche Bewegungsfreiheit, verwahrt ihn aber von dem typischen nassen Rücken durch den Rucksack.

Möglich macht dies ein Konzept aus einem speziellen Rahmen und der darin untergebrachten Tasche. Beides zusammen bildet eine Einheit. Durch die Verwendung leichter Materialen bei Rahmen und Tasche sind keinerlei Gewichtsnachteile zu befürchten. Zu den oben genannten Vorteilen kommt noch der des Schwerpunktes. Er liegt durch die Verlagerung des Gewichts in das Rahmendreieck ungewohnt tief. Man spürt die Tasche praktisch nicht. Dadurch wird ein ganz anderes Fahren möglich.
Beim Rahmen handelt es sich im eigen entwickelten Rahmen mit einem doppelten Unterrohr zur Aufnahme der Tasche. Diese besteht aus einem leichten thermisch geformten so genannten Eva-Schaum. Dieser macht die Tasche wasserdicht und schmutzabweisend. Das Besonderes ist aber, dass die Tasche durch seine Form in den Rahmen gesteckt wird (in die Unterrohre) und sich im Rahmen sicher verkeilt. Gewichtsmäßig liegen die Taschen zwischen 600 und 700 Gramm bei einem Volumen von ca. 15 Liter.

Die Tasche bietet etliche Details, wie eine Innentasche, die auch während der Fahrt ein Zugriff auf Handy oder Fotokamera gewährt. Ein im Preis enthaltenes 1,2 Liter Trinksystem kann in die Tasche integriert werden. Mit dem von additive bikes entwickelten Flaschenhaltersystem können 2 Trinkflaschen links und rechts vom Vorbau platziert werden.

Neben den klassischen Hardtailrahmen gibt es auch einen vollgefederten Rahmen mit dem Hinterbau aus der adp-Rotwildschmiede. Vervollständigt wird das Konzept durch Rahmen für den Straßenbereich, hier macht besonders das FREESPEED eine schlanke Figur, es ist das ideale Bike für den Arbeitsweg. Stylisch gibt sich das FREECITY auf den Weg zur Eisdiele oder ins Strandbad.
Abschließend hatte ich noch die Möglichkeit mit Franz Mayer zu sprechen:

Franz, was waren für Euch die Beweggründe, ein solches Konzept zu entwickeln?
Biken ohne Rucksack macht einfach mehr Spaß, denn man schwitzt nicht mehr und hat wesentlich mehr Bewegungsfreiheit. Diese Aussage trifft immer wieder auf viel positive Resonanz. Das geht soweit, dass „Rucksackhasser“ das Biken mit additive bikes für sich neu entdecken.

Anderseits muss man auf Tagestouren doch etwas mitnehmen. Nach einem Anstieg auf die Kampenwand hier im Voralpenland kommt man ganz schön ins schwitzen und würde sich gern mal ein trockenes Trikot anziehen. Oder man denke, an einen plötzlichen Wetterumschwung. Da ist eine Jacke schon sehr hilfreich. Dafür ist die Tasche ideal. Weiterer positiver Nebeneffekt ist, dass der Schwerpunkt sich vom Körper weg zum Radl hin bewegt. Man kann unbeschwert aus dem Sattel gehen. In den 8 Jahren der Entwicklung wurde das System immer weiter perfektioniert, so dass die Tasche zwar wahrgenommen wird, man sie aber nicht spürt.

Warum gibt es keine Tasche für Bikes anderer Hersteller?
Es gibt einfach zu viele unterschiedliche Rahmenkonzepte. Am Anfang haben wir schon probiert, für verschiedene Rahmen eine Tasche zu entwickeln, aber es kristallisierte sich heraus, dass nur eine Einheit von Tasche und Rahmen ein schlüssiges Konzept ergibt. Nur hat kann auch mit viel Liebe zum Detail weiterentwickelt werden.

Eine universelle Entwicklung wäre immer nur eine B-Lösung gewesen und so haben wir uns lieber für eine A-Lösung entschieden.

Für welche Bereiche gibt es die Rahmen?
Ursprünglich war das Konzept für Mountainbiker gedacht, die keinen Rucksack haben wollten. Aber inzwischen findet das Konzept im Trekking- und Speed-Bereich immer mehr Anhänger so dass wir breit aufgestellt sind, wobei der Trekking und Mountainbike-Bereich besonders stark vertreten ist.
Alle Bereich sind ständig am wachsen und zeigen uns, dass das Konzept ankommt und die Nachfrage da ist. Nichts ist besser, als das Gewicht tief zu positionieren. Selbst die Windanfälligkeit ist durch die vielen Öffnungen am Radl kein Thema.
Kann ich die Rahmen auch einzeln kaufen und mir die Komponenten selber zusammenstellen?
Ja natürlich, es gibt Rahmenkits bestehend aus dem Rahmen und der dazupassenden Tasche.

Was sind die Ziele für die nächsten Jahre?
Wir wollen unseren Gedanken des Rucksacklosen bikens weiter heraustragen. Ziel ist es , additive bikes als Marke noch bekannter zu machen und neue Rad-Innovationen auf den Markt zu bringen. Ferner wollen wir den optischen Bereich flexibler gestalten. Durch die modulare Bauweise der Taschen, lassen sich die Applikationen austauschen; der so genannte Swatch-Effekt entsteht.
Für die Citybikes haben wir eine Vereinbarung mit Smarovski getroffen, und werden die Taschen mit glitzernden Steinchen ausstatten.
Auch haben wir die Fußballer von 1860 München mit Rädern im Löwendesign ausgestattet, da der Trainer von dem Konzept überzeugt ist und so die Spieler das Bike mindestens einmal die Woche in ihr tägliches Training einbauen. Darauf sind wir schon stolz, denn es zeigt, dass das Konzept Anklang findet.

Franz , ich danke Dir für das nette und offene Gespräch.

Mehr Infos:

additve-bikes

Bernauer Str. 77
83209 Prien a. Chiemsee
Germany
Tel +49 8051 96576 20
Fax +49 8051 96576 29